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Therapiebegleithundeausbildung / Zusatzqualifikation

Ab dem kommenden Jahr 2018 werden wir keine Basisausbildung zum „Therapiebegleithundeteam“ als eigenständige Form der Weiterbildung mehr anbieten.

Die Begründung dafür ist Folgende:

Das gewerbsmäßige Halten, bzw. das gewerbsmäßige zur Schau stellen von Tieren zu tiergestützten Interventionen bedarf der Erlaubnis nach § 11 (1) TSchG. Der Verantwortliche, in der Regel ist das der Tierhalter, muss daher vor Aufnahme der Tätigkeit einen Antrag beim zuständigen Veterinäramt stellen. Für die Erteilung der Erlaubnis ist es u.a. zwingend erforderlich, den Nachweis der Sachkunde ( durch fachspezifische Aus- und Weiterbildungen, berufliche Erfahrung, etc.) zu erbringen.
Umfänglich ist die berufsbegleitende Basisausbildung zum „Therapiebegleithundeteam“ als alleinige Form der fachspezifischen Weiterbildung nicht ausreichend. D.h. konkret, dass seitens der Veterinärämter diese Form der Weiterbildung häufig als nicht ausreichend ist für die Erteilung der behördlichen Genehmigung angesehen wird, denn:
Ein ausgebildetes und geprüftes Therapiebegleithundeteam arbeitet auf der Basis eines Therapie- oder Behandlungskonzeptes einer ausgebildeten Fachkraft für tiergestützte Interventionen oder macht seine Besuche nach Absprache in einer sozialen, medizinischen oder pädagogischen Institution, um das dort speziell geschulte Team in ihrer Arbeit mit einem Tier zu unterstützen.
Eine eigenständige und zielgerichtete Form einer tiergestützten Tätigkeit mit entsprechenden o.g. Qualitätsmerkmalen ist nach Absolvieren einer alleinigen „Basisausbildung“ NICHT MÖGLICH und auch aus tierschutzrechtlichen und tierschutzethischen Gründen NICHT IN UNSEREM SINNE!

Natürlich werden wir weiterhin für alle „Fachkräfte tiergestützter Interventionen“ nach ESAAT / ISAAT die praktische Ausbildung ihres Hundes zum „Therapiebegleithundeteam“ als Zusatzqualifikation anbieten.

Gliederung, Dauer und Umfang der Zusatzqualifikation

Die Zusatzqualifikation zum  „Therapiebegleithundeteam“ umfasst eine Gesamtstundenzahl von 55 UE, unterteilt in  30 UE praktische Ausbildung und mind. 25 UE Selbstlernzeit,basierend auf den theoretischen Inhalten einer berufsbegleitenden Weiterbildung zur „Fachkraft für tiergestützte Interventionen“, akkreditiert nach ESAAT / ISAAT.

Die Zusatzqualifikation findet an einem Wochenende Freitag – Sonntag jeweilig in der Zeit von 9.00 – 17.15 Uhr statt.

 

Inhalte der Ausbildung:

In der praktischen Ausbildung des Hundes stehen folgende Elemente im Vordergrund:

 

– Beziehungsaufbau und -intensivierung des Mensch-Hund-Teams

– Stärkung der Bindung und des Vertrauens zwischen Mensch und Hund

– Beachten der natürlichen Bedürfnisse und der rassespezifischen Eigenschaften

– Unterstützung der hundespezifischen und individuellen Kompetenzen

– Einhaltung der tierethischen und tierschutzrechtlichen Bedingungen (TVT)

– Individualisierte Betreuung und Training während der Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam

– Training unter verschiedenen Umwelteinflüssen

– Training in sozialen Einrichtungen unter fachlicher Anleitung und videogestützter Supervision

 

Prüfung:

Nach erfolgreicher Teilnahme am praktischen Ausbildungsmodul wird die Prüfung als praktische Prüfung an einem individuell abgestimmten Termin abgenommen.

Die praktische Überprüfung beurteilt das Verhalten des Mensch-Tier-Teams. U. a. im alltäglichen Umgang, Verhalten gegenüber Menschen im direkten und indirekten Kontakt, insbesondere bei Menschen mit auffälligen Verhaltensweisen, das Verhalten bei Futtergabe oder im Spiel.

Des Weiteren wird die Fähigkeit des Menschen überprüft, die Kommunikationssignale insbesondere der möglichen Stresssignale seitens des Hundes zu erkennen und maßgeblich darauf einzugehen.

 

Nachkontrolle und Weiterbildungsverpflichtung:

Das ausgestellte Zertifikat muss einmal jährlich durch eine Nachkontrolle verlängert werden.

Dies ist wichtig, da sich auch Hunde durch verschiedene Faktoren und Einflüsse in ihrem Verhalten ändern können, und sich möglicherweise dadurch nicht mehr zum Einsatz am Menschen eignen.

Des Weiteren hat der menschliche Part des „Therapiebegleithundeteams“ eine Weiterbildungsverpflichtung von 16 UE in zwei Jahren, die durch entsprechende Teilnahmebescheinigungen vorzuweisen ist.

 

Zugangsvoraussetzungen:

Folgende Eigenschaften des Hundes werden als Zugangsvoraussetzung erwartet:

-Menschenbezogen und führwillig

-Freundliches Wesen gegenüber anderen Menschen

-Gegenwart des Menschen suchend

-Berührungen und Streicheln gewünscht

-Soziale Kompetenz unter Artgenossen

-Hohe Toleranz- und Reizschwelle

-Aggressionsarm

-Nicht übermäßig schreckhaft

-Weder scheu, ängstlich noch extrem unsicher

-Kontrollierbarer Jagdtrieb

-Kein Schutzverhalten

-Kein zu hohes Aktivitätsbedürfnis

-Kein notorischer Kläffer

-Gepflegt und sauber, gesund und geimpft, frei von Endo- und Ektoparasiten

 

Ausbildungsstand:

 

-Der Hund beherrscht alle Grundkommandos, wie Sitz, Platz, Bleib, etc.

-Er kann an lockerer Leine mit seinem Besitzer oder einer fremden Person laufen

-Bei Begrüßungen mit einem anderen Hundebesitzer solle sich der Hund ruhig verhalten

-Der Hund sollte sich von einer fremden Person überall berühren lassen (auch Lefzen heben, Fang öffnen, Pfoten abtasten  und –aufheben sowie Ohrenkontrolle)

-Der Hund sollte bei unerwarteten Geräuschen nicht übermäßig verstört wirken

-Hund sollte neben einen Gefährt angeleint laufen können

-Der Hund soll unangeleint liegen oder sitzen bleiben

-Der Hund sollte bei einer fremden Person bleiben, wenn das Herrchen außer Sichtweite geht

-Der Hund soll wenig Reaktion zeigen, wenn jemand einen Stock aufhebt.

-Hund soll sich bei leichtem Anrempeln im Liegen oder sitzen ruhig verhalten

-Der Hund soll das umarmen durch eine fremde Person erlauben

-Der Hund soll Futter, sowohl von der flachen Hand, als auch aus den Fingern, behutsam aufnehmen

 

Bei Ausbildungbeginn müssen folgenden Unterlagen eingereicht werden:

 

-Tierärztliches Gesundheitszeugnis

-Impfpass

-Kopie der Hundehaftpflichtpolice

-Bescheinigung der jeweilig bundeslandrechtlichen Prüfungen der Sachkunde für Hundehalter

 

Zum Zeitpunkt der Abschlussprüfung muss der Hund mindestens 18 Monate sein.

 

Teilnehmerzahl:

Die Teilnehmerzahl ist auf 7 Mensch – Hunde – Teams begrenzt.

Die Blockseminare finden in der Regel in 49811 Lingen (Niedersachsen), Ortsteil Clusorth-Bramhar statt (www.ilex-hof.de).

Für Übernachtungsmöglichkeiten, sofern benötigt, sorgt der Auszubildende eigenverantwortlich.

 

Kosten:

Die Kosten für die Zusatzqualifikation zum „Therapiebegleithundeteam“ staffelt sich wie folgt:

praktisches Ausbildungseminar                             350,00 €

Prüfungsgebühr:                                                      50,00 €

Supervision / Assistenzbesuche                            150,00 €

 

Optional Eignungstest vor Beginn                             50,00 €

Optionale zzgl. einzelne Trainingseinheiten              25,00 € pro UE